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	<title>Zoe&#039;s journal &#187; Allgemeines</title>
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	<description>Der Alltag zum Schmunzeln und Seufzen</description>
	<lastBuildDate>Thu, 22 Jul 2010 17:08:55 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Musik mal anders&#8230;</title>
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		<pubDate>Thu, 22 Jul 2010 17:08:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Zweifelsfall bin ich für das sowohl als auch. Als mein Liebster einen goldigen Minilaptop im coolen Apple-Design über den Küchentisch schiebt und sagt: „ Süße, das ist Bumsen 2.0“, bin ich erst mal prophylaktisch erregt. Man weiß ja nie. Wir haben zwar schon drei Laptops, aber die sind ja heute Grundnahrungsmittel – also her [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im Zweifelsfall bin ich für das sowohl als auch. Als mein Liebster einen goldigen Minilaptop im coolen Apple-Design über den Küchentisch schiebt und sagt: „ Süße, das ist Bumsen 2.0“, bin ich erst mal prophylaktisch erregt. Man weiß ja nie. Wir haben zwar schon drei Laptops, aber die sind ja heute Grundnahrungsmittel – also her damit!</p>
<p><span id="more-74"></span><br />
„Aber Schatzi“, sagt mein Augenstern und klappt die viereckige weiße Hülle auf, „das ist doch kein Computer, sondern&#8230;“ Kreisch! Ein Teigroller von Jamie Oliver!“ rufe ich entsetzt angesichts des lila Gummi-Stabes. Meine Haut dürfte die Alabasterfarbe von Schneewittchen im Sarg angenommen haben, denn mein Hasi beruhigt mich: „Das ist ein ganz besonderer Dildo&#8230; schau, hier kommt die Maus,“ sagt er und wedelt mit einem kleinen Dingsbums, „dieses Teil steckt man an den Ipod und das alles überträgt dann die Bässe der Musik auf den Stab.“</p>
<p>Aha. Und mein kleines Becken singt dann We will fuck you? „So ähnlich“, sagt er. „Is’ das nicht super? Unsere Lieblingsmusik hören und die Vibes totaaaaal spüren?! Das ist mal ein Sex-Update, legen wir los!“ Bumsen 2.0. Verstehe. „Ich will mich ja nicht als Dramaqueen aufspielen“, sage ich, „aber dein Update schafft es leider nicht über unsere hausgemachte Firewall.“ Hm, meint er, die Kids, die hab ich doch glatt vergessen. Der Glückliche. „Ich bestelle Kinokarten für Krieg und Frieden. Directors Cut!“ ruft er wie weiland Wickie von den starken Männern. Aber weil die Karten für sämtliche Vorstellungen in Wien und Umgebung ausverkauft sind, muss die Praxis halt warten und so bastelt mein Liebster den ganzen Nachmittag über an unserer sexy Playlist für den Abend. Nicht einmal in World of Warcraft steigt er ein. Schon allein das weckt erotische Gefühle in mir.</p>
<p>Als ich gegen fünf Uhr auf den Knien den edlen Eichenholzboden schrubbend vorbeischatte, spielt er grad Led Zeppelin. „Nein, oder?“ sage ich. „Wieso? Dann halt Screaming Jay Hawkings! Der hat auch super Bässe,“ Ich sage: U2!“ Er sagt: White Stripes? Ich sage: „Papermoon?“ Er sagt: „Finnische Schreichöre!“ Ich sage: „Warum nicht gleich Dr. Doolittle und seine Tiere? Da gibt’s wenigstens eine geile Stelle wo er das Tierchen Stoß-mich-Zieh-dich findet und nicht nur brutales Herumgeschreie! Das turnt mich ungefähr so an wie ein steigender Zinssatz!“ Er sagt: „Captain?“ Ich sage: What d’you want???</p>
<p>Werfe ich halt ein paar Runen. Ob meine vier Kinder heute alle ganz früh einschlafen, nicht schlafwandeln, und ihr Magen-Darmsystem einwandfrei funktioniert. Die Runen sagen: sowohl als auch. In mein Mama-Kostüm schlüpfen fällt mir schwer, zugegeben, und die Zeit vergeht gar nicht. So muss die Chinesische Wassertropfenfolter sein. Mit dem Kopf im Backrohr rezitiere ich schluchzend den Monolog aus Heinrich V.: „We few, we happy few! We band of brothers!“<br />
Aber die Runen lügen nie und irgendwann senkt sich Ruhe und Frieden über unsere heiligen Hallen. Wir eilen auf Testosteron-Wolken in das von den Kinderzimmern am weitesten entfernte Gemach unseres stattlichen Palais.</p>
<p>Ausziehen, befiehlt mein Gebieter. Und dann erklingt ein zarter Gitarrenriff. Metallica? Ja. Aber das wunderschöne langsame Nothing else matters zittert sich durch alle meine Chakren und wir tänzeln wie Fred Astaire und Ginger Rogers in Richtung Spielwiese. Na gut, vielleicht doch eher wie die Schöne und das Biest, aber wir tanzen! Kurz halt. Den Rest schaffen wir einfach nicht mehr im Stehen, begnadete Körper – das war einmal. Egal. Irgendwann schweigt der Ipod sowieso. Und wir singen unsere eigene kleine Ode vom Glück der Erschöpfung, in der lingua franca des Sex: seufzen, säuseln und stöhnen. Bumsen 2.0 ist ein Upgrade, keine Frage. Aber die analoge Variante ist einfach unschlagbar.</p>
<p><em>Diese Kolumne wurde exklusiv für <a href="http://magnolias.at">Magnolias</a> geschrieben</em></p>
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		<title>Besserer, intensiverer Sex – das kann nie schaden&#8230;</title>
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		<pubDate>Mon, 22 Feb 2010 10:12:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>

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		<description><![CDATA[Neulich steh ich vor einem Schaufenster und denk mir: mein Gott, was bin ich schön! Eine Traumfrau von A bis Z: gestählt und durchtrainiert, mit Vitamin D, Fischöl und Schüssler Salzen abgefüllt bis zum Anschlag, wahrlich makellos an Haut und Haar! Moment &#8211; ganz makellos? Nein! Eine kleine Stelle in meinem Körper leistet erbitterten Widerstand [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Neulich steh ich vor einem Schaufenster und denk mir: mein Gott, was bin ich schön! Eine Traumfrau von A bis Z: gestählt und durchtrainiert, mit Vitamin D, Fischöl und Schüssler Salzen abgefüllt bis zum Anschlag, wahrlich makellos an Haut und Haar! Moment &#8211; ganz makellos? Nein!</p>
<p><span id="more-68"></span></p>
<p>Eine kleine Stelle in meinem Körper leistet erbitterten Widerstand dagegen: mein Beckenboden. Untrainiert und dem Sexleben wenig förderlich, hängt er da in mir rum und macht Dienst nach Vorschrift. Wie konnte ich das nur übersehen! Denn: wo befinden sich die meisten Lustnerven? Wer ist für multiple Orgasmen zuständig? Was lässt ihn beim Sex um Gnade flehen? Brauch ich einen Publikumsjoker? Nein! Es ist mein Trampolin der Lust, mein Beckenboden, tataa! Wenn er denn mal in perfect shape wäre.</p>
<p>Im Schaufenster der Apotheke meines Vertrauens liegt die Lösung: Was dem Bizeps die Hanteln und dem Schlussverkauf die Kreditkarten, sind dem Beckenboden die Liebeskugeln. Gedacht – gekauft. Mein Liebster kriegt eine Sms. Er soll sich auch auf die sextechnischen Wunder freuen, die da auf uns beide warten. Auf dem Beipack-Zettelchen steht: Sie können unbemerkt am Schreibtisch, im Bus oder in der Warteschlange an der Supermarktkasse üben.</p>
<p>Und ich übe. Im Bus, in der Warteschlange beim Billa und im Büro. Ob unbemerkt, sei dahingestellt. Was meinen entrückten Gesichtsausdruck verursacht, weiß andererseits sowieso niemand. Blöd nur, dass der Beipack-Zettel keine FAQ liefert. Noch blöder, dass ich nach zwei Tagen olympiareifem Intensiv-Training nicht nur die FAQs sondern auch die Antworten kenne.</p>
<p>Zum Beispiel.</p>
<p>Frage:„Liebeskugeln soll man bei einer Tätigkeit, in Bewegung tragen, damit das Kugellager schön herumwuseln und der Muskel kontrahieren kann. Ist man vielleicht dauergeil?“ Antwort: „Nur, wenn man schon vorher durch Staubsaugen, Wäsche-aufhängen oder mit dem Hund Gassi-gehen zum Orgasmus kommt.“</p>
<p>Frage: „Spielt die Kugel-Größe eine Rolle?“<br />
Antwort: „Wenn Kollegen und Familie Ihnen zu einer gelungenen R2D2-Imitation gratulieren sind die Kugeln zu groß.“</p>
<p>Frage: „Haben klingelnde Liebeskugeln irgendeinen Reiz?“<br />
Antwort: „Nur, wenn Sie eine unsympathische Bürokollegin in den Wahnsinn treiben wollen und glaubhaft versichern können, dass Sie keine Ahnung haben, woher das leise Klingeln kommt.“</p>
<p>Die aller-allerwichtigste Frage lautet aber: „Kann man Liebeskugeln auch länger als die empfohlenen zwanzig Minuten tragen?“ Antwort: „Man kann. Aber man sollte nicht. Außer Sie wollen wissen, wie sich ein Muskelkater an einer Stelle anfühlt, an der man noch nie einen hatte.“ Ich weiß es: man hat das Gefühl, es haut einem den Kuckuck raus. Wie der Glöckner von Notre-Dame schleiche ich eine Woche lang durch die Gegend und huste nur „Hexenschuss!“, wenn jemand nachfragt.</p>
<p>Schade, aber schnell geht mit dem Beckenboden offenbar gar nix. Bis ich mein  - ähem – Hexenschuss weg ist, muss ich mit den Liebeskugeln eben anders trainieren: ich lasse sie wie Yin-Yang-Kugeln in der Handfläche rotieren. Fingerfertigkeit, habe ich mir sagen lassen, hat auch noch nie geschadet&#8230;</p>
<p>Dieser Text erschien in der monatlichen Kolumne von Petra Hauk in dem Magazin Wienerin.</p>
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		<title>Sprechen?</title>
		<link>http://kernbereich.com/petra/index.php/2010/02/14/sprechen/</link>
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		<pubDate>Sun, 14 Feb 2010 11:47:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>

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		<description><![CDATA[Du! Du! Du! Stöhnt Aileen, meine Freundin und Nachbarin in Personalunion, und simuliert dabei Liegestütze im Zeitraffer. Du! setzt sie nach und bricht in einen Lachkrampf aus. Ich auch, und das ist eventuell sogar sicher sehr gemein. Denn sie schildert mir nämlich in method acting vom Feinsten die Worte ihres Lovers während er mit und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Du! Du! Du! Stöhnt Aileen, meine Freundin und Nachbarin in Personalunion, und simuliert dabei Liegestütze im Zeitraffer. Du! setzt sie nach und bricht in einen Lachkrampf aus. Ich auch, und das ist eventuell sogar sicher sehr gemein. Denn sie schildert mir nämlich in method acting vom Feinsten die Worte ihres Lovers während er mit und vor allem in ihr beschäftigt war.</p>
<p><span id="more-65"></span></p>
<p>„Nach dem fünften Du war bei mir die Luft raus, ich war bis dahin wirklich total geil auf den Typen, aber dann ging nix mehr, ich hab einfach nur gelacht.“ Und er? „War beleidigt und sein bestes Stück ein Nusskipferl. &#8211; Wieso,“ seufzt Aileen, „müssen Männer im Bett immer so einen Blödsinn reden? Oder stumm wie ein Fisch sein?“</p>
<p>Hm. Sind sie das? Sind sie stumm? Und wenn sie nicht stumm sind, reden sie tatsächlich Blödsinn? Wenn ich meine Lover-Liste durchgehe, die so lang ist, dass ich einen Würstelstand damit einwickeln könnte, stelle ich fest: also stumm waren die ganz und gar nicht. Da waren mal ein Haufen  Aaahs, Jaaa’s, ja biiiiiittte’s und was halt so an Lauten daherkommt, wenn man intensiv miteinander beschäftigt ist. Das lasse ich mal gar nicht als stumm gelten.</p>
<p>Klar, Blödsinn war auch dabei: ‚Du geile Schlampe &#8211; tschuldige! Tut mir leid! Ich wollte dich nicht verletzen, wollen wir drüber reden?’ Oder: ‚Hast du Feuer, Baby?’ und ich: Clint? Du hier?, aber ganze Sätze, Liebesschwüre, brillante Monologe? Nö. „Ja, was sollen sie denn deiner Meinung nach von sich geben?“ frage ich Aileen, „Shakespeare-Sonette, we few, we happy few?“ „Ach komm schon,“ grinst sie verschlagen und rammt mir den Ellbogen in die dritte Rippe von rechts, „sag mir nicht, dass du dir das nicht auch wünschst, so romantisches Geflöte wie im Film: dein Schatzi, der dir eine Haarsträhne aus deinem vor Erregung zart geröteten Gesicht schiebt, dir tief in die Augen schaut und ohne sich zu schämen sagt: Ich liebe dich. Du bist die Frau meines Lebens, ich liebe das Grübchen auf deiner Wange, dein kleines Bäuchlein&#8230;ja, ok, das wär’ halt in meinem Fall, aber sag ehrlich, würdest du dich nicht einfach toll fühlen?“</p>
<p>Jaja, klar würde ich mich toll fühlen. Aber es gibt viele Wege sich toll zu fühlen. Ich fahre zum Beispiel immer zu IKEA, da sagen sie Du zu mir, obwohl ich über 35 bin. Aber druckreife Liebesschwüre im Bett, wenn man auch sonst nicht hin und wieder ein „ich liebe dich“ über die Lippen bringt? Und überhaupt: sind wir selber so gesprächig und eloquent, wenn sein Haarschopf gerade zwischen unseren Schenkeln verschwindet? Sowas wie:  ich liebe deinen süßen Hintern, den zarten Flaum auf deinen Unterarmen und wasweißichwas man am anderen gerne mag? Sagen wir das? Im echten Leben, da wo’s keine Drehbuchschreiber gibt, da stöhnen wir einfach nur aufs allerfeinste herum, und was soll daran schlecht sein? Das turnt nämlich an. Und korrigieren Sie mich, wenn ich falsch liege, aber darum geht’s doch, oder?</p>
<p>Und solange man sich traut, dem anderen wirklich in die Augen zu schauen, wenn das big O daherkommt, was muss man da eigentlich noch großartig sagen? Vielleicht ein ja, mir sehr vielen „a’s“ dran. Aber in der sprachlichen Kürze liegt eben doch manchmal die Würze.</p>
<p>Dieser Text erschien in der monatlichen Kolumne von Petra Hauk in dem Magazin Wienerin.</p>
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		<title>Der nackte Affe</title>
		<link>http://kernbereich.com/petra/index.php/2010/02/11/der-nackte-affe/</link>
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		<pubDate>Thu, 11 Feb 2010 13:02:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Petra</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>

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		<description><![CDATA[Mittlerweile bin ich in einem Alter, in dem ich die Gebrauchsanweisung eines Haarfärbemittels nicht mehr lesen muss, um zu wissen wie es funktioniert. So jemand darf sich doch mit Fug und Recht für abgebrüht, erfahren und schockresistent halten &#8211; oder was sagen Sie? Tja, Hybris, Hybris! Neulich sitze ich mit meinem Bruder in der U-Bahn [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mittlerweile bin ich in einem Alter, in dem ich die Gebrauchsanweisung eines Haarfärbemittels nicht mehr lesen muss, um zu wissen wie es funktioniert. So jemand darf sich doch mit Fug und Recht für abgebrüht, erfahren und schockresistent halten &#8211; oder was sagen Sie? Tja, Hybris, Hybris! Neulich sitze ich mit meinem Bruder in der U-Bahn und ziehe über einen ganz-Körper-eingeölten Bodybuilder mit Louis Vuitton Einkaufswägelchen (in dem er vermutlich das restliche Testosteron versteckt hat) her&#8230;<span id="more-62"></span>und schließe mit den Worten: „&#8230;und rasierte Eier hat der vermutlich auch, prust!“ Da schaut mein Brüderlein ganz erschreckt und schuldbewusst, und ob der blitzartigen Erkenntnis klappen meine Kiefer so weit auseinander wie die der Königskobra: „&#8230;auch du mein Sohn Brutus??“ flüstere ich heiser. Er zuckt mit den Achseln: „Das ist doch normal heute, das macht doch jeder.“ Mein Bruder. Mein eigen Fleisch und Blut. Läuft abgeschmackten Intim-Trends hinterher!</p>
<p>„Is’ eh super,“ sage ich, weil er so traurig schaut. Er ist traurig, und ich komme mir  blöd vor. Sitze in der U-Bahn und diskutiere mit meinem Bruder (!) über Haare am Sack (!). Auch wurscht, es gibt absurdere Situationen (wenn auch nur in Kaurismäki-Filmen). Jetzt reden wir Tacheles: wie er sie wegmacht und warum es mit der Intimrasur dasselbe ist wie mit der roten Pille bei Matrix: wenn man einmal damit angefangen hat gibt’s kein Zurück mehr. „Ein Tag nicht rasieren und alles fängt höllisch zu jucken an,“ seufzt er. „Und wildes Kratzen im Schritt mitten in der Vorstandssitzung könnte man ja missverstehen,“ sage ich verständnisvoll. Mein Bruder nickt bedeutungsschwer. Der Arme.</p>
<p>Ob die Jungs in meinem Freundeskreis auch so arm sind? Meinem besten Freund Carlos kann ich frei von der Leber weg die haarige Gretchenfrage stellen. Und rufe ihn natürlich gleich an. Ob er auch unten ohne durchs Leben geht, will ich wissen. „Naturellement!“ flötet er ins Handy und schildert mir seine gesammelten Sack-Enthaarungsversuche so ausführlich, dass ich Brandblasen an der Ohrmuschel habe. „Und ich fühle mich super!“ versichert er. Gibt aber zu, dass seine Idee, die lästigen Härchen mittels Epiliergerät umzubringen, nicht ganz zu Ende gedacht war. Den einzigen, den er dabei fast umgebracht hat, war er selbst. Als Carlos nämlich aus seiner Ohnmacht erwacht war, musste er das festgefressene Gerät von seinen Kronjuwelen entfernen. Die Schmerzen wünscht er seinem schlimmsten Feind nicht, meint er und fügt hinzu: „Schreib das ruhig, andere Männer sollen auch was lernen!“ Gern, sage ich, obwohl ich glaube, dass niemand außer Carlos auf die Idee kommt, ein Epiliergerät auch nur in die Nähe seiner Nüsse zu lassen. Und was bringts? „Blöde Frage,“ sagt er. „und überhaupt hab ich nirgendwo am Körper Haare.“ Holla die Waldfee! Keine Achsel-, Bein-, Brust- und Armhaare? Keine. Jeder wie er mag.</p>
<p>Aber ich liebe die Haare auf den Armen meines Liebsten, sie sind hell und fein und weich wie ein Flaum. Es fühlt sich einfach gut an, wenn ich darüber streiche. Ganz im Gegensatz zu der Vorstellung, dass mein Schatzi so aalglatt wäre, dass er mir unter der Hand wegflutscht. Oder im Bad länger braucht als ich. Oder mehr Bic-Rasierer verwendet als ich. Ehrlich. Ganz verstehe ich die Haar-entfern-Wut der Männer nicht. Aber vielleicht bin ich einfach zu jung dafür.</p>
<p>Dieser Text erschien in der monatlichen Kolumne von Petra Hauk in dem Magazin <a onclick="javascript:pageTracker._trackPageview ('/outbound/www.wienerin.at');" href="http://www.wienerin.at/" target="_blank">Wienerin</a>.</p>
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		<title>Toiletten und Gummibärchen</title>
		<link>http://kernbereich.com/petra/index.php/2010/02/02/toiletten-und-gummibarchen/</link>
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		<pubDate>Tue, 02 Feb 2010 15:28:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Petra</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Kaffeehausklo ist ja nicht so ein spannender Ort. Außer, man kommt rein und hört eine Männerstimme sagen: „Leg das Bein da drüber, dann geht’s leichter.“ Und gleich drauf eine Frauenstimme, die angeschickert kichert und „Geht’s jetzt?“ fragt. Und kaum erhole ich mich von dem Schreck – na bitte, es ist fünf Uhr Nachmittag! -, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Kaffeehausklo ist ja nicht so ein spannender Ort. Außer, man kommt rein und hört eine Männerstimme sagen: „Leg das Bein da drüber, dann geht’s leichter.“ Und gleich drauf eine Frauenstimme, die angeschickert kichert und „Geht’s jetzt?“ fragt. Und kaum erhole ich mich von dem Schreck – na bitte, es ist fünf Uhr Nachmittag! -, pemmpert ihr Knie schon gegen die Tür bumm-bumm-tschack, wie bei we will rock you.<span id="more-59"></span></p>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Vielleicht ist es auch sein Knie, ich kann ja nicht reinschauen. Fest steht: da treiben’s zwei. Na super. Und ich muss nach zwei Kaffee latte wirklich dringend. Wie lange dauert denn so ein dämlicher Quickie? Und was mach ich, wenn die rauskommen? Ist ja megapeinlich. Jaja, ich weiß schon – eh für die zwei. Aber ich schäme mich halt immer stellvertretend für die ganze Welt und deshalb geh ich lieber auf’s Männerklo. Im Stehen pinkeln üben.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Meine Freundin Mira, die am Tisch auf mich wartet, ist wenig beeindruckt von meiner hysterischen Schilderung der Lage am Damen-Klo. Sie schwenkt ihr Sacherwürstel in der Luft herum und seufzt: „Ich weiß gar nicht, warum du dich so aufregst. Als hätten wir es nicht alle irgendwann einmal auf irgendeinem Klo getrieben. Gib’s zu, du bist ja nur neidisch.“ Das Wörtchen ‚irgendwann’ stört mich jetzt grad gewaltig. Und, ok, ich geb’s zu. Ich beneide die zwei am Klo um ihre unbändigen Lustgefühle, den unglaublichen Hunger auf einander. Ich würde das auch so gern wieder mal spüren. Unterwegs sein mit dem Liebsten, beim Hofer vor den Spiralnudeln stehen und heiser flüstern: los jetzt, besorg’s mir vor den Gummibärchen. Aber nach acht Jahren Ehe versteht er womöglich bloß: besorg mir Gummibärchen, und fragt dann: hä, seit wann isst du Gummizeugs? Ich luge in Richtung WC. Die sind immer noch drin. Unfassbar! Meine Spiegelneuronen fühlen sich ziemlich schlecht.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">„Glaub mir, ein Quickie wird überbewertet“, sagt Mira, „denk doch an meine Geschichte mit Axel &#8211; hej, genauso hat er ausgesehen!“, jauchzt sie und deutet hinter mich auf ein Plakat. Kreisch, wie Nosferatu? „Nein, daneben!“ Ach so. Sie war mit Che Guevara in der Kiste. Jaja, die Axel-Geschichte. Ich erinnere mich. Der zehn Jahre jüngere Typ, der Mira abschleppt und nachher fragt: sind wir jetzt zusammen? „&#8230;und dann zieht er sich aus und ist voll-kom-men haarlos, nicht ein Härchen an seinem Körper! Igitt! Mir ist alles runtergefallen – und das meine ich wörtlich.“ erinnert sich Mira und erzählt das ganze Quickie-Desaster noch mal haarklein. Wir lachen ein paar Runden und kriegen überhaupt nicht mit, wann das Pärchen raus kommt.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Auf dem Heimweg denke ich an die wilde Anfangszeit mit meinem Liebsten. Ja, ein Pub-Klo war tatsächlich mal dabei. War eigentlich ziemlich unbequem. Aber wir konnten die Finger einfach nicht voneinander lassen, sind ständig auf- und ineinander gesessen. Ein bisschen bin ich schon traurig, dass das vorbei ist. Da sehe ich einen Auto-Aufkleber: „Suche Freund, biete Mann“. Ich muss lächeln. Quatsch. Ganz bestimmt nicht. Denn am Abend haben mein Liebster und ich ganz langsamen, entspannten Sex, mit nachher Löffelchen einschlafen und seinen Atem im Nacken, der immer kitzelt. Ich denke mir: was bin für eine blöde Nuss. Das war so schön grade, mir geht gar nichts ab und alles hat eben seine Zeit. Die wilde Leidenschaft und das langsame Hineinspüren, und das eine ist um nichts toller als das andere.</div>
<p>Vielleicht ist es auch sein Knie, ich kann ja nicht reinschauen. Fest steht: da treiben’s zwei. Na super. Und ich muss nach zwei Kaffee latte wirklich dringend. Wie lange dauert denn so ein dämlicher Quickie? Und was mach ich, wenn die rauskommen? Ist ja megapeinlich. Jaja, ich weiß schon – eh für die zwei. Aber ich schäme mich halt immer stellvertretend für die ganze Welt und deshalb geh ich lieber auf’s Männerklo. Im Stehen pinkeln üben.</p>
<p>Meine Freundin Mira, die am Tisch auf mich wartet, ist wenig beeindruckt von meiner hysterischen Schilderung der Lage am Damen-Klo. Sie schwenkt ihr Sacherwürstel in der Luft herum und seufzt: „Ich weiß gar nicht, warum du dich so aufregst. Als hätten wir es nicht alle irgendwann einmal auf irgendeinem Klo getrieben. Gib’s zu, du bist ja nur neidisch.“ Das Wörtchen ‚irgendwann’ stört mich jetzt grad gewaltig. Und, ok, ich geb’s zu. Ich beneide die zwei am Klo um ihre unbändigen Lustgefühle, den unglaublichen Hunger auf einander. Ich würde das auch so gern wieder mal spüren. Unterwegs sein mit dem Liebsten, beim Hofer vor den Spiralnudeln stehen und heiser flüstern: los jetzt, besorg’s mir vor den Gummibärchen. Aber nach acht Jahren Ehe versteht er womöglich bloß: besorg mir Gummibärchen, und fragt dann: hä, seit wann isst du Gummizeugs? Ich luge in Richtung WC. Die sind immer noch drin. Unfassbar! Meine Spiegelneuronen fühlen sich ziemlich schlecht.</p>
<p>„Glaub mir, ein Quickie wird überbewertet“, sagt Mira, „denk doch an meine Geschichte mit Axel &#8211; hej, genauso hat er ausgesehen!“, jauchzt sie und deutet hinter mich auf ein Plakat. Kreisch, wie Nosferatu? „Nein, daneben!“ Ach so. Sie war mit Che Guevara in der Kiste. Jaja, die Axel-Geschichte. Ich erinnere mich. Der zehn Jahre jüngere Typ, der Mira abschleppt und nachher fragt: sind wir jetzt zusammen? „&#8230;und dann zieht er sich aus und ist voll-kom-men haarlos, nicht ein Härchen an seinem Körper! Igitt! Mir ist alles runtergefallen – und das meine ich wörtlich.“ erinnert sich Mira und erzählt das ganze Quickie-Desaster noch mal haarklein. Wir lachen ein paar Runden und kriegen überhaupt nicht mit, wann das Pärchen raus kommt.</p>
<p>Auf dem Heimweg denke ich an die wilde Anfangszeit mit meinem Liebsten. Ja, ein Pub-Klo war tatsächlich mal dabei. War eigentlich ziemlich unbequem. Aber wir konnten die Finger einfach nicht voneinander lassen, sind ständig auf- und ineinander gesessen. Ein bisschen bin ich schon traurig, dass das vorbei ist. Da sehe ich einen Auto-Aufkleber: „Suche Freund, biete Mann“. Ich muss lächeln. Quatsch. Ganz bestimmt nicht. Denn am Abend haben mein Liebster und ich ganz langsamen, entspannten Sex, mit nachher Löffelchen einschlafen und seinen Atem im Nacken, der immer kitzelt. Ich denke mir: was bin für eine blöde Nuss. Das war so schön grade, mir geht gar nichts ab und alles hat eben seine Zeit. Die wilde Leidenschaft und das langsame Hineinspüren, und das eine ist um nichts toller als das andere.</p>
<p><em>Dieser Text erschien in der monatlichen Kolumne von Petra Hauk in dem Magazin <a onclick="javascript:pageTracker._trackPageview ('/outbound/www.wienerin.at');" href="http://www.wienerin.at/" target="_blank">Wienerin</a>.</em></p>
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		<item>
		<title>Der etwas andere Liebesurlaub</title>
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		<pubDate>Fri, 16 Oct 2009 11:36:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Petra</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich muss ziemlich bemitleidenswert ausschauen: ungeschminkt, im gestreiften Tchibo-Pyjama auf dem Tripp-Trapp-Sessel, den Blick starr auf den Blutdruckmesser am Handgelenk. Was soll ich sagen. Das ist ein Tick von mir. Naja, ich hab sooft Ohrensausen und dann glaub ich immer, ich kratze gleich ab. Piep-piep. 90 zu 60. Na toll. Und das nach zweineinhalb Liegestütz. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich muss ziemlich bemitleidenswert ausschauen: ungeschminkt, im gestreiften Tchibo-Pyjama auf dem Tripp-Trapp-Sessel, den Blick starr auf den Blutdruckmesser am Handgelenk. Was soll ich sagen. Das ist ein Tick von mir. Naja, ich hab sooft Ohrensausen und dann glaub ich immer, ich kratze gleich ab. Piep-piep. 90 zu 60. Na toll. Und das nach zweineinhalb Liegestütz. Vielleicht setzt sich mein Liebster deshalb zu mir, schaut mich lange prüfend an und sagt: „Was hältst du davon, wenn wir vier Tage Urlaub machen. Nur wir zwei, nächste Woche. Donnerstag bis Sonntag. Du wolltest mir eh schon immer dieses Dings-dorf in Italien zeigen, wo du früher sooft warst.“<span id="more-55"></span></p>
<p>Ohne die Kids? Nur wir zwei? Was ich davon halte? Sie dürfen raten. Aber erst, wenn Sie wissen, dass mein Liebster und ich seit fünf Jahren nicht mehr alleine weg waren. Auf die Frage warum, sage ich nur: die Zeit-Geld-Babysitter-Achse. Ist dasselbe wie Heilig Abend und Schnee, das klappt auch nie gleichzeitig. Bevor der Blutdruckmesser noch in seiner Box ist, habe ich schon einen kompletten Plan, was ich einpacke (vier Pantys, Erwachsenenspielzeug, eine Sonnenbrille), was wir dort unternehmen werden (nichts! Ha!) und fantasiere von Knutschen am Strand, alternierend Outdoor- und Indoor-Sex und Gnocchi a la Nonna. Vier lange Tage werden wir nichts anders sein als ein Paar, nicht Chauffeur, Ernährungsberaterin, Stylistin oder Lego-Techniker; bloß er und ich. „Freust du dich?“, fragt er. Nein, ich freu mich nicht. Ich flippe aus!</p>
<p>Als wir dort sind, bin ich zuerst mal richtig melancholisch. ‚Oh Mann’, denke ich, ‚hier hat sich aber viel verändert’ und ‚Mist, ich werde alt’. „Aber nein, Schatzi, du bist nicht alt!“ sagt der Liebste und knabbert an meinem Ohr. Was? Denke ich jetzt schon laut? Ich bin alt. Und ich will jetzt nicht herummachen, sondern durch den menschenleeren Ort laufen und historisch wertvolle Plätze abklappern: hier, erkläre ich meinem Hasilein, war anno Schnee die legendäre Wasserbombenschlacht Italien-Österreich, dort hab ich mit Mario in den Dünen geknutscht – hihi, sandige Angelegenheit &#8211; und in dieser Strandbar den Eis-ess-Weltrekord eingestellt, &#8211; ja, mir war schön schlecht. Und vor der Hendlbraterei bin ich leider nicht von Massimo geküsst worden, und vor dem Spielsalon auch nicht, aber auf dem Fitness-Pfad fast. Hach.</p>
<p>Ich dümple in Erinnerungen und merke nicht wie der Liebste immer ruhiger wird. Am Abend sitzt er auf der Terrasse, bläst Rauchkringel in die laue Nacht und macht so gar keine Anstalten, mich leicht bekleidet durch den Bungalow zu jagen. Und das ist&#8230; ok. Ich will jetzt auch grad nicht wollen müssen. Weil ich jetzt erst merke, wie erschöpft ich eigentlich bin, von den Erinnerungen, meinem täglichen Hamsterrad und den riesigen Erwartungen, die ich in den Urlaub mitgeschleppt habe. Zu Hause hab ich mir gedacht, ich hänge den Alltag einfach an den Haken des Bungalow-Zimmers – und tataaa, ab geht die Post. Und nicht damit gerechnet, dass das Zeug an mir klebt wie eine schlechte Gewohnheit.</p>
<p>Vielleicht muss man Entspannung und eine plötzlich kinderlose Zeit mit dem Liebsten üben, wie man eine Fremdsprache übt: mit vielen Wiederholungen. „Genau“, sagt der Liebste, und killt die letzte Gelse des Herbstes, „in ein paar Wochen fahren wir einfach wieder alleine weg.“ Und dann mit leichterem Gepäck.</p>
<p><em>Dieser Text erschien in der monatlichen Kolumne von Petra Hauk in dem Magazin <a onclick="javascript:pageTracker._trackPageview ('/outbound/www.wienerin.at');" href="http://www.wienerin.at/" target="_blank">Wienerin</a>.</em></p>
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		<title>Geschüttelt und ge&#8230;</title>
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		<pubDate>Tue, 29 Sep 2009 18:46:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Petra</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich habe einen Traum. Ich bin eine Olive. In einem Martiniglas von Daniel Craig. Und der schüttelt mich, bis ich ganz gerührt bin. Leider ist es gar nicht leicht, sich wie eine Olive zu fühlen. Dabei ist mein Outfit schon ziemlich Bondgirl kurz vor dem gekillt werden: halterlose aber-halloo-Strümpfe, ein Victorias Secret-bisdugelähmt-boah-eh-String-Tanga und tödliche Stilettos. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="_mcePaste" style="overflow: hidden; position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px;">Ich habe einen Traum. Ich bin eine Olive. In einem Martiniglas von Daniel Craig. Und der schüttelt mich, bis ich ganz gerührt bin. Leider ist es gar nicht leicht, sich wie eine Olive zu fühlen. Dabei ist mein Outfit schon ziemlich Bondgirl kurz vor dem gekillt werden: halterlose aber-halloo-Strümpfe, ein Victorias Secret-bisdugelähmt-boah-eh-String-Tanga und tödliche Stilettos. Denn ich habe nicht nur einen Traum, sondern auch einen Plan: ich will meinen Liebsten mit einem Nackt-Sushi-Essen überraschen. Was heißt überraschen. Überfallen. Die Kinnladen sollen ihm runterklappen, wenn er nichtsahnend aufsperrt und ich räkle mich am Tulstasessel, Beine so breit wie eine ostdeutsche Kampfturnerin. Steh nicht an der Tür, komm doch rein, tatam.</div>
<div id="_mcePaste" style="overflow: hidden; position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px;">Schuld war das Frühstück mit der Family. Da saß er, mein Liebster und löffelte sein Müsli. Ich würde gerne sagen, dass er an einer Feige lutschte. Aber nein, es war profaner Körndlmatsch. Vielleicht war es ja die Art, wie er den Löffel ableckte, oder sein frisch gestutzter Bart, aber vermutlich die Venus-Jupiter-Konjunktion &#8211; plötzlich fühlte ich mich wie am Klo vom Flex. Dort, wo die Zuckerln hinter einer Glaswand stecken, und man aus irgendeinem Grund totalen Heißhunger auf was Süßes hat, aber einfach nicht ran kommt. Och, so gern hätte ich mit ihm! Genau jetzt. Wie am Klo vom Flex eben. Hochfrustriert rief ich meine Freundin Ildiko an und jammerte wie ein altes Fischweib: plärr, zuerst sind die eigenen Eltern die Lustverhinderer, schluchz, dann die eigenen Kinder, am-Stand-durchdreh! Ildiko, smart, sagte nur: Entschuuuldige – inszenierst du halt was! Okay. Think global, be local.</div>
<div id="_mcePaste" style="overflow: hidden; position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px;">In der Theorie hört sich eine sexy Inszenierung nach gar keiner Sache an. Ein paar scharfe Teile anziehen, Sushi ordern – stopp, zuerst Sushi ordern, dann scharfe Teile anziehen, Spiegel zum Bett schleppen, alles auffahren, was den Blutdruck heben könnte und zur Abrundung ein bisschen geil herumposieren. Kinder, was ist da schon dabei! Der Teil mit der Bestellung war auch babyleicht. Das Outfit: auch. Obwohl wenig anziehen ganz schön lange dauern kann. Zum Beispiel, weil das erste Paar halterlose Strümpfe wie ein Aufzug an die Knöcheln saust (schaut aber echt trendy aus, wie KL für H&amp;M!) und das einzige Paar ohne Laufmasche bei den Sachen vom letzten Fasching steckt; weil der Punkt „mein Bauch und ich“ ein bisschen Zeit in Anspruch nimmt: einziehen, rauslassen, einziehen, gut aussehen, ersticken, super!; und weil ich einen Haufen Stilettos besitze, aber irgendwie nie trage und folglich damit gehe wie John Cleese in ministry for silly walks. Dann eben nicht gehen. Zur Not lass ich mich mit einer lasziven Rechtsdrehung wie ein Sack Kartoffeln fallen. Soweit: alles nach Plan.</div>
<div id="_mcePaste" style="overflow: hidden; position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px;">Aber jetzt, wo alles für den Wow-Effekt fertig ist, sitze ich als Billigsdorfer-Dita-van-Teese im Tulstasessel, bloß die Geilheit von heute früh sitzt nicht neben mir. Dafür ein anderes Hauptwort, das ich gar nicht brauchen kann: der Zweifel. Dass mein Liebster nämlich „Jö, lieb“ sagt, wenn er reinkommt oder „ich check nur schnell meine Emails“, und alles „echt nett“ findet. Wenn das passiert: Omg, wie Oh mein Gott.</div>
<div id="_mcePaste" style="overflow: hidden; position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px;">Und schließlich geht’s klongklong an der Tür, er steht da, kriegt kugelrunde Augen und sagt gar nichts von alledem, sondern nur: „Hallo Hübsche, das is’ ja der Wahnsinn&#8230;“ Er pfeffert seine Tasche ins Eck, kniet sich zwischen meine Beine und grinst breit: „Die Musik fehlt“, sagt er, und dann bläst er mir den Radetzkymarsch, bis meine Kurven das machen, was sie bei Mathe nie geschafft haben: sie nähern sich der richtigen Lösung asymptotisch an. Omg, seufze ich, wie Orgasmo mui grande.</div>
<p>Ich habe einen Traum. Ich bin eine Olive. In einem Martiniglas von Daniel Craig. Und der schüttelt mich, bis ich ganz gerührt bin. Leider ist es gar nicht leicht, sich wie eine Olive zu fühlen. Dabei ist mein Outfit schon ziemlich Bondgirl kurz vor dem gekillt werden: halterlose aber-halloo-Strümpfe, ein Victorias Secret-bisdugelähmt-boah-eh-String-Tanga und tödliche Stilettos. Denn ich habe nicht nur einen Traum, sondern auch einen Plan: ich will meinen Liebsten mit einem Nackt-Sushi-Essen überraschen. Was heißt überraschen. Überfallen. Die Kinnladen sollen ihm runterklappen, wenn er nichtsahnend aufsperrt und ich räkle mich am Tulstasessel, Beine so breit wie eine ostdeutsche Kampfturnerin. Steh nicht an der Tür, komm doch rein, tatam. <span id="more-48"></span></p>
<p>Schuld war das Frühstück mit der Family. Da saß er, mein Liebster und löffelte sein Müsli. Ich würde gerne sagen, dass er an einer Feige lutschte. Aber nein, es war profaner Körndlmatsch. Vielleicht war es ja die Art, wie er den Löffel ableckte, oder sein frisch gestutzter Bart, aber vermutlich die Venus-Jupiter-Konjunktion &#8211; plötzlich fühlte ich mich wie am Klo vom Flex. Dort, wo die Zuckerln hinter einer Glaswand stecken, und man aus irgendeinem Grund totalen Heißhunger auf was Süßes hat, aber einfach nicht ran kommt. Och, so gern hätte ich mit ihm! Genau jetzt. Wie am Klo vom Flex eben. Hochfrustriert rief ich meine Freundin Ildiko an und jammerte wie ein altes Fischweib: plärr, zuerst sind die eigenen Eltern die Lustverhinderer, schluchz, dann die eigenen Kinder, am-Stand-durchdreh! Ildiko, smart, sagte nur: Entschuuuldige – inszenierst du halt was! Okay. Think global, be local.</p>
<p>In der Theorie hört sich eine sexy Inszenierung nach gar keiner Sache an. Ein paar scharfe Teile anziehen, Sushi ordern – stopp, zuerst Sushi ordern, dann scharfe Teile anziehen, Spiegel zum Bett schleppen, alles auffahren, was den Blutdruck heben könnte und zur Abrundung ein bisschen geil herumposieren. Kinder, was ist da schon dabei! Der Teil mit der Bestellung war auch babyleicht. Das Outfit: auch. Obwohl wenig anziehen ganz schön lange dauern kann. Zum Beispiel, weil das erste Paar halterlose Strümpfe wie ein Aufzug an die Knöcheln saust (schaut aber echt trendy aus, wie KL für H&amp;M!) und das einzige Paar ohne Laufmasche bei den Sachen vom letzten Fasching steckt; weil der Punkt „mein Bauch und ich“ ein bisschen Zeit in Anspruch nimmt: einziehen, rauslassen, einziehen, gut aussehen, ersticken, super!; und weil ich einen Haufen Stilettos besitze, aber irgendwie nie trage und folglich damit gehe wie John Cleese in ministry for silly walks. Dann eben nicht gehen. Zur Not lass ich mich mit einer lasziven Rechtsdrehung wie ein Sack Kartoffeln fallen. Soweit: alles nach Plan.</p>
<p>Aber jetzt, wo alles für den Wow-Effekt fertig ist, sitze ich als Billigsdorfer-Dita-van-Teese im Tulstasessel, bloß die Geilheit von heute früh sitzt nicht neben mir. Dafür ein anderes Hauptwort, das ich gar nicht brauchen kann: der Zweifel. Dass mein Liebster nämlich „Jö, lieb“ sagt, wenn er reinkommt oder „ich check nur schnell meine Emails“, und alles „echt nett“ findet. Wenn das passiert: Omg, wie Oh mein Gott.</p>
<p>Und schließlich geht’s klongklong an der Tür, er steht da, kriegt kugelrunde Augen und sagt gar nichts von alledem, sondern nur: „Hallo Hübsche, das is’ ja der Wahnsinn&#8230;“ Er pfeffert seine Tasche ins Eck, kniet sich zwischen meine Beine und grinst breit: „Die Musik fehlt“, sagt er, und dann bläst er mir den Radetzkymarsch, bis meine Kurven das machen, was sie bei Mathe nie geschafft haben: sie nähern sich der richtigen Lösung asymptotisch an. Omg, seufze ich, wie Orgasmo mui grande.</p>
<p><em>Dieser Text erschien in der monatlichen Kolumne von Petra Hauk in dem Magazin <a onclick="javascript:pageTracker._trackPageview ('/outbound/www.wienerin.at');" href="http://www.wienerin.at/" target="_blank">Wienerin</a>.</em></p>
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		<title>Streiten und S..?</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Mar 2009 09:01:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Petra</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>

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		<description><![CDATA[Es gibt viele Sachen, die ich nicht so doll kann. Aber genau drei beherrsche ich wirklich ganz schlecht: Allround-Fernbedienungen, einen Haufen unter 6-jährige bei einer Geburtstagsparty und die Kunst des Streitens. Als die gute Fee ihre holden Gaben über meinem Bettchen ausgestreut hat, war „Kann-total-fair-streiten“ eindeutig nicht dabei. Wie der Ätna mit Stoppel stapfe ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt viele Sachen, die ich nicht so doll kann. Aber genau drei beherrsche ich wirklich ganz schlecht: Allround-Fernbedienungen, einen Haufen unter 6-jährige bei einer Geburtstagsparty und die Kunst des Streitens. Als die gute Fee ihre holden Gaben über meinem Bettchen ausgestreut hat, war „Kann-total-fair-streiten“ eindeutig nicht dabei. Wie der Ätna mit Stoppel stapfe ich im Fall des Streitfalles durch die Wohnung. Sage ich klar, was Sache ist? Nicht ums Verrecken. Ja. Kleinkindniveau. Was weiß ich, warum. Ich schäme mich eh. <span id="more-29"></span>Ein aktuelles Beispiel: Weihnachten. Das ganze Trari-Trara ist meinem Hasi komplett powidl. Darf ja sein. Aber als Patchworkfamilie müssen wir fünf Kids koordinieren, ich mag das nicht allein machen. Der Liebste schaltet auf stur und will noch schnell (schnell, ha!) World of Warcraft spielen, wo, halleluja, endlich die Erweiterung da ist. Und weil mich das enorm ärgert, kann es passieren, dass ich so bescheuerte Sachen sage wie: „Schatzi, auf der hohen Warte haben heute die Seismographen ausgeschlagen!“ „Echt?“ fragt er und schaut interessiert vom Bildschirm hoch. „Ja, weil ich so laut GELACHT hab! Im Radio haben sie nämlich erzählt, dass bei den Nacktmullen die Männchen NON-WORKER heißen!“ „Ist irgendwas?“ „Neeeeein, gar nix!“ „Was sind überhaupt Nacktmulle?“ „Vergiss es, spiel nur weiter!“ Und natürlich spielt er weiter, was soll er auch machen, wenn ich’s ihm schon sage, und ich? Ich werfe mit allen Türen und hab den ph-Wert von Batteriesäure.</p>
<p>Nach einer Stunde Kampfschmollen ist der Liebste endlich bereit die Sache auszudiskutieren – glaube ich, denn er sagt: „Komm schon Süße, wir finden eine Lösung&#8230;“, aber anstatt weiterzureden schiebt er seine Hand in meine Hose, knetet an meiner Pobacke herum &#8211; was ich zugegeben normalerweise überdurchschnittlich angenehm finde &#8211; und will ganz offensichtlich auch andere Regionen erkunden und das bringt mich gleich noch viel mehr auf die Palme. Und deshalb fasse ich ihn am Hemd, um etwas Liebevolles wie „sag mal, spinnst du!“ zu fauchen, aber die Hemd-Knöpfe – keine Qualität mehr heutzutage – springen, plingpling, einfach weg. Und da liegen sie nun mal auf dem Fußboden und wir starren uns an und fallen in der nächsten Sekunde übereinander her, dass es eine helle Freude ist. Der Chor der Engelein da droben wird bis an die güldenen Haarwurzeln knallrot, so wie wir herum toben wie selten zuvor.</p>
<p>Ja, es ist irgendwie anders zwischen uns, keine Ahnung wie, ich mach ja keine wissenschaftliche Untersuchung beim Sex; gut anders jedenfalls. Danach sind wir beide butterweich und mein Liebster bringt die Weihnachtskoordinationssache noch aufs Tapet, während ich seine Brusthaare sortiere. Und wir klären das. Ganz entspannt. Schon komisch. Hätte ich mir nie gedacht, dass das funktioniert. Dass man die Reihenfolge Streiten-Versöhnen-dann Sex auch mal gut durcheinander würfeln kann. Wieso? Hm. Vielleicht, weil da, wo keine Harmonie ist automatisch Entfernung entsteht und aus der Entfernung besehen wird Vertrautes ein bisschen fremd, und das ist spannend und ja, erregend. Beim Krach also ab in die Kiste? Geht wohl nicht immer. Aber ein Versuch lohnt sich.</p>
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		<title>Come on Aileen</title>
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		<pubDate>Tue, 10 Mar 2009 15:15:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Petra</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>

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		<description><![CDATA[Irgendwann musste mir das ja passieren. Meine Nachbarin Aileen sitzt auf dem Trip-Trap-Sessel in meiner Küche und will wissen, wie viele Kalorien Sperma hat. Weil ich die Sexexpertin bin. Und solche Sachen quasi aus dem Handgelenk schüttle. Pfau. Ich könnt’ plärrn. Weil ich bis vor kurzem alleine in meiner Wohnung war. Alleine! Mein Liebster und  [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Irgendwann musste mir das ja passieren. Meine Nachbarin Aileen sitzt auf dem Trip-Trap-Sessel in meiner Küche und will wissen, wie viele Kalorien Sperma hat. Weil ich die Sexexpertin bin. Und solche Sachen quasi aus dem Handgelenk schüttle. Pfau. Ich könnt’ plärrn. Weil ich bis vor kurzem alleine in meiner Wohnung war. Alleine! Mein Liebster und  meine Augensterne, von small bis x-large, – alle auf einmal ausgeflogen! Der Serotoninrausch war kaum zu ertragen. Vor lauter Glück rannte ich ein paar Runden, gab Staubteilchen Namen und grölte I will survive. <span id="more-26"></span></p>
<p>Gerade als ich bei der Zeile &#8230;so go now, go!!! war, läutete es. Enter Aileen, exit Alleinsein. „Ich hab vorhin gesehen, dass deine Family abgedampft ist“, sagte sie mit Robbenbaby-Augen, „und ich hab ein mega Problem. Ich weiß, wenn mir wer helfen kann, dann du.“ Ach bitte. Nicht die Nummer. Aber, was soll’s. Nennen Sie mich Florence Nightingale. In fünzig Jahren hab ich sicher wieder mal Zeit für mich. Kein Problem. Komm nur rein.</p>
<p>Worum es geht? Na, um Mikey, ihren Freund. Der eigentlich Franz heißt. Aber erstens heißen nur Kanaillen Franz und zweitens stöhnt es sich „Oooh, Mikey, jaaa, mhh,&#8230;“ irgendwie gschmeidiger, findet Aileen. Aber dazu hat sie kaum noch Gelegenheit. Denn Mikey, der offenbar grundlos mit der Autonummer Mike 69 herumfährt, will nicht so oft wie Aileen will. Und wenn er mal will, dann fällt ihm sein bestes Stück zusammen. Und deshalb ist sie bei mir. Damit ich’s wieder gut mache. Tschuldige &#8211; bin ich Zürich Kosmos, oder was? Es ist noch nicht mal Mittagsjournal-Zeit, aber ohne ein wirklich schickes Getränk steh’ ich das nicht durch. Also Aperol.</p>
<p>„Vielleicht liegt es ja an mir&#8230;“, sagt Aileen nach der zweiten Runde Drinks und zieht ihr T-Shirt wie eine Jalousie nach oben. Kreisch – Titten ohne BH!, das gehört verboten, so perfekt wie die sind. „Schau nur“, sagt sie und ich kann eh nicht anders, „mein Busen ist so klein und ich weiß, dass er auf große Möpse steht, im Grunde bin ich gar nicht sein Typ!“ Come on Aileen! Da sitzt ein perfekter Genpool und mäkelt an sich herum &#8211; ist da zu fassen! Die Frau hat Beine so lang, dass ich drunter durchlaufen kann ohne mich zu bücken, und sogar in dottergelben Kleidern sieht sie nicht wie Calimero sondern rattenscharf aus.</p>
<p>Wäre Aileen nicht so nett, müsste ich ihr was Schlimmes antun. Zum Beispiel die Bürgschaft aufsagen. Einige Aperol später sind wir bei dem, was sie für den Kern des Problems hält. „Es ist sicher meine Schuld, weil, im Grunde hasse ich blasen. Aber die Kerle stehen nun mal drauf, wem erzähl ich das, harhar!“ Jaja, bei meinen ersten tausend war’s jedenfalls so. „Immer krieg ich ein Schamhaar in den Rachen, dann würg ich herum, versuch’s rauszuholen und platsch, ist sein Ding Gummi&#8230; ich kann doch nicht sagen, rasier dir die Eier!“ Meinen Vorschlag: rasier dir die Eier, bitte, übergeht sie. „Sag mal,“ jetzt fängt sie zu kichern an, „wie viele Kalorien hat Sperma eigentlich?“ „Naja, kommt auf die Ladung an,“ sage ich smart, „und wenn du Trennkost machst, ist Eiweiß am Abend natürlich Gift.“</p>
<p>Wir lachen ein paar Runden, ich zeige ihr geile Videos von Blowjobs ohne Schamhaare auf redtube und lösen keines ihrer Probleme. Halt, falsch. Dank Web wissen wir jetzt: ein Schluck Sperma hat fünf Kalorien.</p>
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		<title>Smokey Eyes</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Feb 2009 09:39:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Petra</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>

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		<description><![CDATA[Schuld ist das neue Jahr. Ich miste mein Schminkzeug aus, wegen Ballast loswerden und so. Eine Prise Feng shui kann ja nicht schaden. Hui, das Kügelchenglitzer-Puder. War so teuer, dass ich es nur zu speziellen Anlässen verwenden wollte. Etwa, wenn mal die Queen vorbeikommen sollte. Jetzt mieft es, und das kann die Queen sicher nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Schuld ist das neue Jahr. Ich miste mein Schminkzeug aus, wegen Ballast loswerden und so. Eine Prise Feng shui kann ja nicht schaden. Hui, das Kügelchenglitzer-Puder. War so teuer, dass ich es nur zu speziellen Anlässen verwenden wollte. Etwa, wenn mal die Queen vorbeikommen sollte. Jetzt mieft es, und das kann die Queen sicher nicht leiden. Weg damit. Eine Schande ist das schon, denk ich mir, ich könnte den Life-Ball ausstatten und wann mache ich mal auf große Gala? Nie. Das muss sich ändern. Und zwar genau jetzt. Ich werde mir ein ultra-verführerisches Make-up verpassen, ultra-verführerische Sachen anziehen und meinen Liebsten damit ultra aus dem Schlapfen hauen. <span id="more-23"></span></p>
<p>Was male ich mir? Smokey eyes natürlich, rrrr! Nichts ist sinnlicher, finde ich. Und juhu, in den Bleistiftrock passe ich noch hinein! Und das nach Weihnachten! Was sagt der Spiegel? Heißer Feger, sagt er. Hehe. Die doppelten Gelpolstereinlagen im BH zurecht schieben, die halterlosen Strümpfe in Form zupfen, fertig. Und die neuen Lackpumps! Passen perfekto. Ja, ich fühl mich richtig sexy. Hat zwar saulang gedauert, und nach den Yu-Gi-Oh-Karten am Boden bück ich mich sicher nicht, aber den ganzen Zinnober mache ich ja für den Liebsten.</p>
<p>Als der Liebste mich sieht, kriegt er Glubschaugen wie Peter Lorre in „Eine Stadt sucht einen Mörder“, und ja, die Kinnlade ist weit genug unten. Sehr schön, genauso wollt ich das. Was ich denn vorhabe, will er wissen, ob etwa die Queen zu Besuch käme. Das fände ich nun wirklich blöd, weil ich jetzt kein Kügelchenglitzer-Puder habe. Aber Schatzi, sage ich, ich wollte mich einfach mal aufbrezeln. Für mich, für dich, für uns beide! Der Liebste grinst breit und meint, wenn ich schon wie ein Geschenk ausschaue, müsste er mich ganz schnell auspacken und so bringen wir das Bett ordentlich durcheinander.</p>
<p>Nachher frage ihn, ob es ihn gefreut hat, mein Vamp-Styling. Er meint, ganz toll. Und Dita van Teese wäre das Mädchen mit den Schwefelhölzchen gegen mich. Aber. Mindestens genauso aufregend, nein eigentlich noch viel aufregender fände er mich in Worker-Hose und Tank-Shirt. Ohne Push-up, ach was, am besten ohne BH. Und, wenn ich es genau wissen wollte – und darum möchte ich doch gebeten haben! &#8211; String-Tangas wären schon eine feine Sache, aber längst nicht so toll wie Nickers, weil mein Po darin noch viel süßer wäre. Und High heels, keine Frage, nett, aber nicht so spannend wie flache Biker-Stiefel. Ja, und Smokey Eyes. Wenn er ganz ehrlich sein sollte &#8211; und auch darum möchte ich gebeten haben &#8211; eigentlich eher zum Fürchten. Der Sarg von Tut-ench-Amun würde ihm da spontan einfallen. Naja, jetzt fällt mir die Kinnlade herunter. Heißt das, sage ich leicht säuerlich, deine Komplimente sind gar nicht ehrlich gemeint? Was du schon wieder denkst, sagt der Liebste, natürlich sind sie das, weil: du gefällst dir dann selbst so gut und das finde ich extrem sexy. Hihi. Die uralt Regel: attraktiv bist du, wenn du dich selber wohl fühlst – die stimmt also wirklich, wer hätte das gedacht. Na gut, sage ich, zieh ich halt öfter Workerhosen an, ok? Ach was, lächelt der Liebste, am besten gefällst du mir sowieso ohne was an, und beißt mich so sanft ins Ohr, wie nur er das kann.</p>
<p><em>Dieser Text erschien in der monatlichen Kolumne von Petra Hauk in dem Magazin <a onclick="javascript:pageTracker._trackPageview ('/outbound/www.wienerin.at');" href="http://www.wienerin.at/" target="_blank">Wienerin</a>.</em></p>
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