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	<title>Zoe&#039;s journal &#187; Freundin</title>
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	<description>Der Alltag zum Schmunzeln und Seufzen</description>
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		<title>French manicure</title>
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		<pubDate>Thu, 24 May 2007 16:21:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Petra</dc:creator>
				<category><![CDATA[Freundin]]></category>

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		<description><![CDATA[Es gibt ein großes Geheimnis in meinem Leben und es belastet mich schwer. Nun weiß ich endlich wie sich Frodo gefühlt hat, als er den Ring am Hals hatte. Er konnte mit niemandem darüber sprechen und musste es einfach tun. So geht es mir mit meinen Nägeln. Einmal in der Woche flüstern sie hämisch: Baby, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt ein großes Geheimnis in meinem Leben und es belastet mich schwer. Nun weiß ich endlich wie sich Frodo gefühlt hat, als er den Ring am Hals hatte. Er konnte mit niemandem darüber sprechen und musste es einfach tun. So geht es mir mit meinen Nägeln. Einmal in der Woche flüstern sie hämisch: Baby, eine <em>french manicure</em> ist wieder mal fällig, <em>hehehe!</em> Dann bekomme ich hektische rote Flecken, Magensausen und feine Schweißtröpfchen sammeln sich auf der Stirn. Denn <em>french manicure </em>und ich, wir sind nicht füreinander bestimmt.<br />
Mit dem rosa, dem farblosen und dem weißen Farblack vor mir fühle ich mich regelmäßig wie ein Schimpanse, von dem man verlangt, dass er einen Monet malt. Wenn die weiße Linie – quasi das Aushängeschild der <em>french manicure</em> – mal zu dick oder zu dünn würde – pah, damit könnte ich gut leben. Aber in neun von zehn Versuchen entsteht bloß ein EKG mit Extrasystolen. Und ich weine.<span id="more-5"></span><br />
Meine Freundin Astrid, eine Göttin auf diesem Gebiet, meint, so perfekt müsste es ja nicht sein, bloß gut genug, damit man einen weißen Strich erkennt. Was aber, my dear, wenn man sich ans Ende des Zimmers stellen muss, um zu erkennen, dass es überhaupt noch Finger sind?<br />
Und bin ich dann endlich fertig, nach Stunden konzentrierter Linienzieherei, kann ich sicher sein, dass ich dringend auf&#8217;s Klo muss.<br />
Demnächst kaufe ich mir im Baumarkt einen Kübel weißer Farbe und stecke einfach alle fünf Finger gleichzeitig hinein. Schlimmer kann das Ergebnis auch nicht sein.</p>
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		<title>Wenn Freundinnen telefonieren</title>
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		<pubDate>Tue, 22 May 2007 13:30:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Petra</dc:creator>
				<category><![CDATA[Freundin]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Telefon kann Leben retten. Niemand weiß das besser als ich. Wie viele Menschen hätte ich schon erwürgt, wenn ich nicht täglich mit meiner Freundin Roswitha telefonieren könnte: Mitarbeiter der Sozialversicherung, die mir Bettelbriefe schicken, die Verkäuferin in der Parfümerie, die mich auf vierzig schätzt, obwohl ich vierzig bin oder den Erfinder des Hungers, der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Telefon kann Leben retten. Niemand weiß das besser als ich. Wie viele Menschen hätte ich schon erwürgt, wenn ich nicht täglich mit meiner Freundin Roswitha telefonieren könnte: Mitarbeiter der Sozialversicherung, die mir Bettelbriefe schicken, die Verkäuferin in der Parfümerie, die mich auf vierzig schätzt, obwohl ich vierzig bin oder den Erfinder des Hungers, der mich täglich dazu zwingt, tonnenweise Nahrung für meine Familie heranzuschleppen – ein Vorgang, der meine zarte Gestalt in unvorstellbarem Ausmaß davon abhält, endlich George Clooney über den Weg zu laufen.<br />
“Das mit Clooney&#8221;, seufzen wir uns gegenseitig in unsere formschönen Ohren, “das wird nie was. Und jetzt noch viel weniger, wo er so abgenommen hat.&#8221;<span id="more-4"></span><br />
Was das eine mit dem anderen zu tun hat wissen wir zwar auch nicht, aber um das herauszufinden telefonieren wir miteinander.<br />
Überhaupt kurieren wir uns bei unseren Ferngesprächen von der zwanghaften Vorstellung, eine von uns könnte jemals in ihrem Leben ein Gramm zunehmen.<br />
“Ich glaube&#8221;, sagt Roswitha beispielsweise, “ich hab seit vorgestern zwei Kilo zugenommen.&#8221;<br />
“Am Ohrläppchen vielleicht!&#8221;, antworte ich entrüstet darüber, dass sie das böse z-Wort in den Mund genommen hat. “Außerdem ist Vollmond, du hast sicher PMS und…&#8221; ich mache eine Spannungspause, “…vermutlich hast du die Jeans frisch gewaschen!&#8221;<br />
“Stimmt!&#8221; ruft Roswitha erfreut und hörbar beruhigt.<br />
“Eben&#8221;, sage ich, “die 60°-Wäsche gehört verboten.&#8221; Freundinnen nehmen niemals zu, und wenn, dann nicht voreinander.<br />
Dass der Mann an unserer Seite einfach nicht verstehen kann, warum man für eine dünne weiße Linie auf Finger- und Zehennnägeln und ein bisschen rosa Lack bereit ist, Geld auszugeben oder ohne Schuldgefühle eine Augencreme um 120 Euro kaufen will, wo man doch nur 25ml und nicht 25 kg dafür bekommt – das tut weh. Aber nur so lange, bis man mit seiner Freundin telefoniert.</p>
<p>Hin und wieder aber schleichen sich finstere Gewitterwolken in unsere sonst so sonnigen Telefon-Plaudereien; hin und wieder wird das feste, aber dennoch elastische Schicksalsband zwischen uns einem Test unterworfen; und es sind unsere Kinder und Haustiere, die gnadenlos darauf herumhüpfen.<br />
Immer wenn Roswitha und ich gerne ein bisschen über Bushido, den Weg des Kriegers, oder Kant und seinen Einfluß auf die Maori-Kultur philosophiert hätten, und sehr knapp daran sind, das Einstein-Podolsky-Rosenberg-Paradoxon zu widerlegen, passiert  folgendes: “..also ich meine&#8221;, sagt sie mit ihrer schönsten Fernsehsprecherstimme, &#8220;dass Rosenberg und Podolsky völlig falsch lagen, weil… ENTSCHULDIGE!! – Was Clemens? Nein! Ich weiß nicht, wo deine Ninja-Turtles-Klebebilder sind! – Entschuldige, wo waren wir?&#8221;<br />
Oder:<br />
“Die Relativitätstheorie wird überschätzt, weil… &#8211; ENTSCHULDIGE!! Was hast du gemacht? Du hast dir Styropor in die Nase gesteckt!?&#8221;<br />
Oder:<br />
“Die Energiekrise ließe sich so leicht lösen, und zwar so… &#8211; ENTSCHULDIGE!!  Unsere Hasen sind gerade aus dem Käfig ausgebrochen und laufen auf dem Golfplatz herum!&#8221;<br />
Und dann wird unser wirklich wichtiger Dialog unterbrochen, weil Roswitha entlaufene Hasen jagen muss, was nicht weiter schlimm ist, solange sie nicht unsichtbar sind und Harvey heißen.</p>
<p>Ich weiß genau: in solchen Momenten tut es ihr leid, dass sie das  Transparent mit der Aufschrift &#8220;ICH BIN EINE MUTTER , HOLT MICH HIER RAUS!!&#8221; vor ihrem Fenster abmontiert hat.</p>
<p>Und: unnötig zu sagen, dass all die revolutionären Gedanken so schnell verpufft sind, wie 100 Euro bei Douglas, wenn wir unser Gespräch wieder aufnehmen.<br />
Natürlich haben wir – kurz – ein schlechtes Gewissen. Schließlich wären Unfälle wie Styropor in kindlichen Nasen oder entlaufene Kleintiere nie passiert, wenn wir nicht ständig telefonieren würden &#8211;  aber die Erörterung dieser Vorkommnisse kann sinnvollerweise nur in einer Escher-Schleife am Telefon erfolgen.<br />
Ein wichtiges Thema für unser nächstes Gespräch: die Männer an unserer Seite, die gerade gemeinsam beim Orthopäden sitzen weil sie einen steifen Nacken haben; vom vielen Kopfschütteln über unsere Telefongewohnheiten.<br />
Auch darüber, da bin ich mir sicher, hätte sich M.C. Escher sehr gefreut.</p>
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