French manicure

{ 24 May, 2007 }


Es gibt ein großes Geheimnis in meinem Leben und es belastet mich schwer. Nun weiß ich endlich wie sich Frodo gefühlt hat, als er den Ring am Hals hatte. Er konnte mit niemandem darüber sprechen und musste es einfach tun. So geht es mir mit meinen Nägeln. Einmal in der Woche flüstern sie hämisch: Baby, eine french manicure ist wieder mal fällig, hehehe! Dann bekomme ich hektische rote Flecken, Magensausen und feine Schweißtröpfchen sammeln sich auf der Stirn. Denn french manicure und ich, wir sind nicht füreinander bestimmt.
Mit dem rosa, dem farblosen und dem weißen Farblack vor mir fühle ich mich regelmäßig wie ein Schimpanse, von dem man verlangt, dass er einen Monet malt. Wenn die weiße Linie – quasi das Aushängeschild der french manicure – mal zu dick oder zu dünn würde – pah, damit könnte ich gut leben. Aber in neun von zehn Versuchen entsteht bloß ein EKG mit Extrasystolen. Und ich weine. Weiterlesen »

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Ein Telefon kann Leben retten. Niemand weiß das besser als ich. Wie viele Menschen hätte ich schon erwürgt, wenn ich nicht täglich mit meiner Freundin Roswitha telefonieren könnte: Mitarbeiter der Sozialversicherung, die mir Bettelbriefe schicken, die Verkäuferin in der Parfümerie, die mich auf vierzig schätzt, obwohl ich vierzig bin oder den Erfinder des Hungers, der mich täglich dazu zwingt, tonnenweise Nahrung für meine Familie heranzuschleppen – ein Vorgang, der meine zarte Gestalt in unvorstellbarem Ausmaß davon abhält, endlich George Clooney über den Weg zu laufen.
“Das mit Clooney”, seufzen wir uns gegenseitig in unsere formschönen Ohren, “das wird nie was. Und jetzt noch viel weniger, wo er so abgenommen hat.” Weiterlesen »

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