Geschüttelt und ge…

{ September 29th, 2009 }

Ich habe einen Traum. Ich bin eine Olive. In einem Martiniglas von Daniel Craig. Und der schüttelt mich, bis ich ganz gerührt bin. Leider ist es gar nicht leicht, sich wie eine Olive zu fühlen. Dabei ist mein Outfit schon ziemlich Bondgirl kurz vor dem gekillt werden: halterlose aber-halloo-Strümpfe, ein Victorias Secret-bisdugelähmt-boah-eh-String-Tanga und tödliche Stilettos. Denn ich habe nicht nur einen Traum, sondern auch einen Plan: ich will meinen Liebsten mit einem Nackt-Sushi-Essen überraschen. Was heißt überraschen. Überfallen. Die Kinnladen sollen ihm runterklappen, wenn er nichtsahnend aufsperrt und ich räkle mich am Tulstasessel, Beine so breit wie eine ostdeutsche Kampfturnerin. Steh nicht an der Tür, komm doch rein, tatam.
Schuld war das Frühstück mit der Family. Da saß er, mein Liebster und löffelte sein Müsli. Ich würde gerne sagen, dass er an einer Feige lutschte. Aber nein, es war profaner Körndlmatsch. Vielleicht war es ja die Art, wie er den Löffel ableckte, oder sein frisch gestutzter Bart, aber vermutlich die Venus-Jupiter-Konjunktion – plötzlich fühlte ich mich wie am Klo vom Flex. Dort, wo die Zuckerln hinter einer Glaswand stecken, und man aus irgendeinem Grund totalen Heißhunger auf was Süßes hat, aber einfach nicht ran kommt. Och, so gern hätte ich mit ihm! Genau jetzt. Wie am Klo vom Flex eben. Hochfrustriert rief ich meine Freundin Ildiko an und jammerte wie ein altes Fischweib: plärr, zuerst sind die eigenen Eltern die Lustverhinderer, schluchz, dann die eigenen Kinder, am-Stand-durchdreh! Ildiko, smart, sagte nur: Entschuuuldige – inszenierst du halt was! Okay. Think global, be local.
In der Theorie hört sich eine sexy Inszenierung nach gar keiner Sache an. Ein paar scharfe Teile anziehen, Sushi ordern – stopp, zuerst Sushi ordern, dann scharfe Teile anziehen, Spiegel zum Bett schleppen, alles auffahren, was den Blutdruck heben könnte und zur Abrundung ein bisschen geil herumposieren. Kinder, was ist da schon dabei! Der Teil mit der Bestellung war auch babyleicht. Das Outfit: auch. Obwohl wenig anziehen ganz schön lange dauern kann. Zum Beispiel, weil das erste Paar halterlose Strümpfe wie ein Aufzug an die Knöcheln saust (schaut aber echt trendy aus, wie KL für H&M!) und das einzige Paar ohne Laufmasche bei den Sachen vom letzten Fasching steckt; weil der Punkt „mein Bauch und ich“ ein bisschen Zeit in Anspruch nimmt: einziehen, rauslassen, einziehen, gut aussehen, ersticken, super!; und weil ich einen Haufen Stilettos besitze, aber irgendwie nie trage und folglich damit gehe wie John Cleese in ministry for silly walks. Dann eben nicht gehen. Zur Not lass ich mich mit einer lasziven Rechtsdrehung wie ein Sack Kartoffeln fallen. Soweit: alles nach Plan.
Aber jetzt, wo alles für den Wow-Effekt fertig ist, sitze ich als Billigsdorfer-Dita-van-Teese im Tulstasessel, bloß die Geilheit von heute früh sitzt nicht neben mir. Dafür ein anderes Hauptwort, das ich gar nicht brauchen kann: der Zweifel. Dass mein Liebster nämlich „Jö, lieb“ sagt, wenn er reinkommt oder „ich check nur schnell meine Emails“, und alles „echt nett“ findet. Wenn das passiert: Omg, wie Oh mein Gott.
Und schließlich geht’s klongklong an der Tür, er steht da, kriegt kugelrunde Augen und sagt gar nichts von alledem, sondern nur: „Hallo Hübsche, das is’ ja der Wahnsinn…“ Er pfeffert seine Tasche ins Eck, kniet sich zwischen meine Beine und grinst breit: „Die Musik fehlt“, sagt er, und dann bläst er mir den Radetzkymarsch, bis meine Kurven das machen, was sie bei Mathe nie geschafft haben: sie nähern sich der richtigen Lösung asymptotisch an. Omg, seufze ich, wie Orgasmo mui grande.

Ich habe einen Traum. Ich bin eine Olive. In einem Martiniglas von Daniel Craig. Und der schüttelt mich, bis ich ganz gerührt bin. Leider ist es gar nicht leicht, sich wie eine Olive zu fühlen. Dabei ist mein Outfit schon ziemlich Bondgirl kurz vor dem gekillt werden: halterlose aber-halloo-Strümpfe, ein Victorias Secret-bisdugelähmt-boah-eh-String-Tanga und tödliche Stilettos. Denn ich habe nicht nur einen Traum, sondern auch einen Plan: ich will meinen Liebsten mit einem Nackt-Sushi-Essen überraschen. Was heißt überraschen. Überfallen. Die Kinnladen sollen ihm runterklappen, wenn er nichtsahnend aufsperrt und ich räkle mich am Tulstasessel, Beine so breit wie eine ostdeutsche Kampfturnerin. Steh nicht an der Tür, komm doch rein, tatam.

Schuld war das Frühstück mit der Family. Da saß er, mein Liebster und löffelte sein Müsli. Ich würde gerne sagen, dass er an einer Feige lutschte. Aber nein, es war profaner Körndlmatsch. Vielleicht war es ja die Art, wie er den Löffel ableckte, oder sein frisch gestutzter Bart, aber vermutlich die Venus-Jupiter-Konjunktion – plötzlich fühlte ich mich wie am Klo vom Flex. Dort, wo die Zuckerln hinter einer Glaswand stecken, und man aus irgendeinem Grund totalen Heißhunger auf was Süßes hat, aber einfach nicht ran kommt. Och, so gern hätte ich mit ihm! Genau jetzt. Wie am Klo vom Flex eben. Hochfrustriert rief ich meine Freundin Ildiko an und jammerte wie ein altes Fischweib: plärr, zuerst sind die eigenen Eltern die Lustverhinderer, schluchz, dann die eigenen Kinder, am-Stand-durchdreh! Ildiko, smart, sagte nur: Entschuuuldige – inszenierst du halt was! Okay. Think global, be local.

In der Theorie hört sich eine sexy Inszenierung nach gar keiner Sache an. Ein paar scharfe Teile anziehen, Sushi ordern – stopp, zuerst Sushi ordern, dann scharfe Teile anziehen, Spiegel zum Bett schleppen, alles auffahren, was den Blutdruck heben könnte und zur Abrundung ein bisschen geil herumposieren. Kinder, was ist da schon dabei! Der Teil mit der Bestellung war auch babyleicht. Das Outfit: auch. Obwohl wenig anziehen ganz schön lange dauern kann. Zum Beispiel, weil das erste Paar halterlose Strümpfe wie ein Aufzug an die Knöcheln saust (schaut aber echt trendy aus, wie KL für H&M!) und das einzige Paar ohne Laufmasche bei den Sachen vom letzten Fasching steckt; weil der Punkt „mein Bauch und ich“ ein bisschen Zeit in Anspruch nimmt: einziehen, rauslassen, einziehen, gut aussehen, ersticken, super!; und weil ich einen Haufen Stilettos besitze, aber irgendwie nie trage und folglich damit gehe wie John Cleese in ministry for silly walks. Dann eben nicht gehen. Zur Not lass ich mich mit einer lasziven Rechtsdrehung wie ein Sack Kartoffeln fallen. Soweit: alles nach Plan.

Aber jetzt, wo alles für den Wow-Effekt fertig ist, sitze ich als Billigsdorfer-Dita-van-Teese im Tulstasessel, bloß die Geilheit von heute früh sitzt nicht neben mir. Dafür ein anderes Hauptwort, das ich gar nicht brauchen kann: der Zweifel. Dass mein Liebster nämlich „Jö, lieb“ sagt, wenn er reinkommt oder „ich check nur schnell meine Emails“, und alles „echt nett“ findet. Wenn das passiert: Omg, wie Oh mein Gott.

Und schließlich geht’s klongklong an der Tür, er steht da, kriegt kugelrunde Augen und sagt gar nichts von alledem, sondern nur: „Hallo Hübsche, das is’ ja der Wahnsinn…“ Er pfeffert seine Tasche ins Eck, kniet sich zwischen meine Beine und grinst breit: „Die Musik fehlt“, sagt er, und dann bläst er mir den Radetzkymarsch, bis meine Kurven das machen, was sie bei Mathe nie geschafft haben: sie nähern sich der richtigen Lösung asymptotisch an. Omg, seufze ich, wie Orgasmo mui grande.

Dieser Text erschien in der monatlichen Kolumne von Petra Hauk in dem Magazin Wienerin.

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1 Kommentar zu “Geschüttelt und ge…”

  1. 1
    Aaron Stewart

    I would have to say that Daniel Craig is the best James Bond of all times.-`,

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