Gehen Sie doch baden!
{ June 2nd, 2007 }
Bügeln sie manchmal nackt? Überraschen Sie Ihren Liebsten hin und wieder mit spontanen Städtetrips? Verwandeln Sie Ihr Bad ab und zu in eine Wellness-Oase? Machen Sie überhaupt irgendetwas, was Ihnen Zeitschriften ans Herz legen, um ein bisschen Pepp in Ihr Leben zu bringen?
Ich versuche das ständig, it’s beyond my control. Kaum lese ich von einer neuen Beauty-Methode für die eigenen vier Wände, denke ich: Ha – das kann ich mit links! Tralala, Handbremse, wo bist du, die Neuordnung meiner Moleküle ist endlich nicht mehr fern.
Natürlich lasse ich sofort alles liegen und stehen und stürme wie Jeanne d’Arc ins Badezimmer, um beispielsweise exotischen Obstsorten Gewalt anzutun und Masken aus ihnen zu fabrizieren. Mit Papaya-Mus im Gesicht knacke ich ein paar Koans, ignoriere das höllische Brennen und warte auf die babyzarte Haut, die jede Frau verdient. Die Haut wird niemals babyzart. Und nie lerne ich etwas aus diesen Versuchen.
Meine schlimmste Niederlage ist das Vollbad. Als die guten Feen über meiner Wiege standen und ihr Füllhorn ausschütteten, war die nicht unwichtige Eigenschaft “Kann sich beim Baden total entspannen” leider nicht dabei.
“Hallo, ich bin Petra – ich kann nicht baden.” – “Hallo, Petra.” So stelle ich mich größeren Menschenversammlungen vor.
Jaja, das ist traurig, aber leider eine Tatsache für die ich mich schämen würde, wenn ich Zeit hätte: Planschen in Schaumbergen bringt mir nichts als hektische rote Flecken.
Was soll toll daran sein, wie ein Fötus im fruchtwasserwarmem Wasser dahin zu dümpeln? Die perfekte Wassertemperatur existiert eine Nanosekunde lang. Zwischen brühheiß und fröstelig kalt liegt ein Wimpernschlag, ständig werkt man wie der 1. Maat bei hohem Seegang an der Mischbatterie und verbrüht sich die Unterschenkel, während der Rücken friert.
“Entspannst du dich schön?” flötet der Liebste von draußen.
“Ja-ha!” tiriliere ich zurück, während ich hektisch das Handtuch aus dem Wasser fische, in dem ich mir nun nicht mehr die Hände abtrocknen kann, um die Zeitschrift zu lesen, die schon zwei Monate auf mich wartet.
Was jetzt?
Keine Ahnung. Ich kriege Durst.
Aber mein Soda-Zitron steht auf der Waschmaschine, und ich müsste aufstehen, um es zu holen. Ich stehe aber sicher nicht auf, ich spinne ja nicht, da wird mir kalt.
Wie ein alter Mercedes brumme ich entnervt vor mich hin. Ob Johanna, die Wahnsinnige einfach zu viel gebadet hat?
Vielleicht fehlen mir zur totalen Entspannung auch bloß ein paar Kerzen? Aber Kerzenschein am Vormittag ist einfach nicht dasselbe wie am Abend, und nach 18 Uhr bade ich nie, denn egal wo ich dann länger als fünf Minuten ruhig liege – ich schlafe ein.
Moment. Warum ist es so still? Das ist hoch verdächtig. Hat eine Sekunden-Seuche meine Kinder hinweggerafft? Da stimmt etwas nicht. Da! Gott sei Dank! Ein unflätiges Schimpfwort, alles in Ordnung.
Na gut. Ich könnte ein bisschen Schere-Stein-Papier mit mir selbst spielen. Ich könnte auch nichts tun.
Zum Beispiel Om-summen. Leider summe ich so intensiv, dass die Schaumbläschen platzen. Mist, das schöne Hollywood-Feeling ist perdü. Und ich habe vollen Ausblick auf meine durch seltsame optische Phänomene verzerrten Körperteile.
Also wandert mein Blick an die Decke. Spinnweben. Sollten auch mal weg. Die Fliesen. Mammamia. Da ist ja Schimmel in den Zwischenräumen. Schimmelstift für die Zwischenräume kaufen. Und was koche ich morgen? Ich beginne Listen zu machen. Und plötzlich fällt mir alles ein, was ich heute morgen und übermorgen zu erledigen habe. Im Grunde kann ich keine Sekunde länger vor mich hin planschen, Time is money.
Ich beeile mich beim Abtrocknen, damit ich nichts von dem vergesse, was mir gerade eingefallen ist.
Und jetzt frage ich: das soll entspannend sein? Har har. Nur wer sowieso schon völlig entspannt ist, kann baden. Und dann bringt es auch nichts mehr. Meine Freundin Ildiko meint ja, ich wäre ein Kontrollfreak, ich könnte nicht loslassen. Das stimmt überhaupt nicht, ich will nur immer wissen was vorgeht.
Später fragt der Liebste: “Und war’s fein, das Baden?” Und ich blinzle ihn selig an, selig, dass ich draußen bin.
Zum Geburtstag bekomme ich eine Riesenpackung Badekugeln von Lush. Hoffentlich ist da ein starkes Betäubungsmittel drin, sonst steh ich das einfach nicht durch.
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June 8th, 2007 at 10:47 am
ICH, ICH, Ich hab die Lösung für dich!!!! Darf ich es sagen – BIIITTTTEEE!??
OK – also ich sags:
Wenn dir das Baden nicht taugt, du aber nicht stinken willst wie ein arbeitsloser Iltis, dann soll dich Robert einfach mit dem Kärcher abspritzen! 3bar – da geht alles runter, was nicht angenietet ist und du bist sauber – und das ist noch nicht alles, Mike (sie heissen alle Mike – oder ist nicht in uns allen irgendwie ein Stück Mike?? na? Hä?) – nein, denn du hast auch noch Zeit gespart!