Sind Sie auch im Gisi-Club?
{ May 25th, 2007 }
Ich habe eine Vision. Bald werden die Straßen unserer Stadt von Menschen mit Reisetrolleys bevölkert sein. Und diese praktischen Reisetrolleys, die ein wirklich schlauer Mensch erfunden haben muss, sind voller Clubkarten und Mitgliedsausweise, ohne die man nicht in den Genuss all der Vorzüge und Vorteile kommt, die die Ausweise mit sich bringen. Und wer dem Vorteil nicht hinterherjagt, den beisst der Nachteil in den Nacken.
Wer ohne Trolley unterwegs sein wird, vor dem werden sich schon die ganz Kleinen fürchten. Ängstlich zupfen sie an den Leggings ihrer Mütter herum, beginnen zu weinen und machen sich in die Hose. Ein Trolleyloser! Dann gibt’s wohl den Weihnachtsmann auch nicht, oder was?
Gut möglich, dass ich diesen Aufruhr verursachen werde.
Aber das zaubert nur ein Lächeln auf meine von Permanent-makeup unberührten Lippen. Ich feile mir lässig die Nägel und lerne umgehend jemanden kennen, der Madge heißt, damit ich sagen kann: “Madge, the Badge”, und halte ihn den Trolleymenschen entgegen, und darauf wird stehen: “Gisi-Club. Der einzige Club ohne Ausweis.”
Wenn Sie Gisi nicht kennen, wird es höchste Zeit. Gisi hat viel mit König Artus, Michael Jackson, der magischen Kohlsuppe und Anti-Falten-cremen gemeinsam: man weiß entweder nicht, ob es sie gibt oder wie sie wirken. Tatsache ist: der Mythos lebt.
Entdeckt hat das Gisi-Prinzip, das man durchaus auf eine Stufe mit der Entschlüsselung der Basenpaare der DNA stellen kann, meine Freundin Ildiko.
Gerne erzählt sie folgenden Witz:
Eine Frau namens Gisi (das überrascht vielleicht) lädt ihre Freundinnen zum Tratsch. Und jedesmal, wenn sie in die Küche geht, um Brötchen und Kuchen zu holen, kommt sie mit Kaffee wieder. Als die Freundinnen endlich gehen, sagt die eine:”Also die Gisi ist komisch, Kuchen und Brötchen haben wir gekriegt, aber keinen Kaffee!” Sagt die andere: “Wer ist die Gisi?”
Jaja, das ist kein Schenkelklopfer, aber hej, auch bei der Entdeckung des Penicillin hat keiner gelacht.
Einfaches Mitglied im Gisi-Club wird man, wenn man losfährt um Fischfutter zu kaufen und mit einer neuen Wimperntusche wiederkommt, obwohl die alte noch nicht aus ist. Oder man will nach der Arbeit ins Schwimmbad, stellt die Sporttasche bereit und nimmt stattdessen den Reisetrolley mit den Clubkarten – na gut, das war jetzt gelogen. Echte Gisis haben ihre Clubkarten längst verschmissen.
Für die Vorstandsmitgliedschaft reicht das freilich nicht. Da muss man sich schon den Da Vinci Code kaufen, bis Seite 300 lesen und ärgern, dass die Hauptperson immer noch nicht in Paris gelandet ist, nur um zu entdecken, dass man sich ein Buch mit dem Titel Da Vinci gekauft hat.
Den Titel Ober-Gisi – und da versteht sie keinen Spaß – hat Ildiko an sich gerissen. Neulich lud sie zum Brunch. Alle kamen, pünktlich und an die richtige Adresse. Bloß ohne Gebäck. Diese für einen Brunch nicht unwichtige Information blieb bei der Einladung irgendwo zwischen Ildikos Gedanken, der Weiterleitung an ihre Stimmbänder und der drahtlosen Telefonie mysteriöserweise hängen.
Und so saßen wir vor mannshohen Platten mit Guacamole, Schinken und Käse, enthemmt vom Prosecco und dem Absolutismus der Wirklichkeit, wickelten Prosciutto Crudo um unsere frisch manikürten Finger, lutschten daran und fühlten uns herrlich dreckig dabei.
Und das ist der letzte Punkt für die Aufnahme in den Gisi-Club: echte Gisis lachen am lautesten über sich selbst.




September 2nd, 2007 at 1:52 pm
…nem vagyunk angyalok, boszorkányok vagyunk!
éjjen a gizi klub!!!
óriási puszi hihetetlenül tehetséges barátnömnek, aki szavba tudja foglalni
gizi-tetteinket és gondolatainkat!
ildikó